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Branchenbuch-Dienste für das iPhone
Von Hanns Kronenberg - 31 Januar 2008
Für iPhone-Nutzer gibt es bereits eine Auswahl von mehreren Branchenbuch-Diensten, die für das neue Kult-Handy von Apple optimiert wurden. Wir haben sie getestet!
![]() GelbeSeiten |
Die Schrift und die Eingabefelder sind angenehm groß, so dass man auf dem iPhone-Bildschirm sehr bequem den Suchbegriff eingeben kann, ohne den Zoom benutzen zu müssen. Im zweiten Schritt gibt man noch den Ort bzw. die PLZ der Suche ein. Wenn man keine Straße und Hausnummer eingibt, wird im Umkreis der Ortsmitte gesucht. Ebenfalls kann man die maximale Entfernung auswählen.
Merkwürdigerweise war die Straße "Rosental" in Bonn dem Service unbekannt, so dass ich nur im Umkreis der Ortsmitte suchen konnte. Das "normale" Internet-Angebot von GelbeSeiten kennt die Straße. Es stellt sich die Frage, warum die iPhone-Version in dem Fall die Straße nicht kannte.
Die Ergebnisliste ist nach erfolgter Suche übersichtlich strukturiert. Die Telefonnummern können direkt mit einem Fingertipp auf das Multi-touch-Display des iPhones ausgewählt werden, um einen automatischen Anruf mit dem iPhone einzuleiten. In der Detailansicht der Branchenbucheinträge findet man zudem einen Link auf die Website des ausgewählten Eintrages. Mit einem Fingertipp öffnet sich so ein neues Browserfenster und es öffnet sichf die entsprechende Website. Auf die gleiche Weise kann man den Adressinhaber auch per E-Mail kontaktieren.
Eine Anzeige der gefundenen Treffer in einem Stadtplan fehlt hingegen leider.
![]() YellowMap |
Bei meiner Suche nach einem Rechtsanwalt in Bonn im Umkreis der Straße Rosental wurden z.B. auch Treffer aus Köln in einer Entfernung von über 20 km auf der ersten Ergebnisseite angezeigt. Entsprechend befand sich Bonn auf der Übersichtskarte in der unteren rechten Ecke und Hührt in der oberen linken Ecke. Den Ortsnamen von Bonn konnte man nicht mehr komplett lesen und die Treffer in Bonn somit auch nicht mehr zuordnen. Leider lässt sich die Übersichtskarte auch nicht verschieben oder zoomen, so dass sie eigentlich unbrauchbar ist.
Man kann allerdings für jeden einzelnen Treffer eine gesonderte Karte anzeigen lassen, die dann den gewünschten Ausschnitt präsentiert. Allerdings ist dieses Vorgehen sehr umständlich, wenn man sich mehrere Treffer anschauen möchte.
Die Ergebnislisten sehen etwas unübersichtlich aus, da eine ganze Reihe Symbole (Information, Telefon, Karte, Route) zu jedem Treffer angeboten werden, die jeweils den Text einrücken. Man muss schon genau hinsehen, wo ein Eintrag endet und der nächste beginnt. Es würde helfen, wenn man die Überschriften der Einträge in einer größeren Schrift präsentiert und ebenfalls die Abstände zwischen den Einträgen vergrößert.
Die Adressdaten von Schober, die von Yellomap verwendet werden, scheinen etwas veraltet zu sein. Die Telefonnummer von meinem Rechtsanwalt war jedenfalls falsch. Bei meinestadt.de, die auch die Adressdaten von Schober benutzen, ist die Telefonnummer richtig, jedoch hat der Anwalt dort auch einen bezahlten Eintrag gebucht, so dass die Daten eventuell korrigiert wurden.
Im Vergleich mit GelbeSeiten macht das iPhone-Branchenbuch von YellowMap insgesamt einen etwas unausgereiften Eindruck. Interessanterweise bieten beide Anbieter kein Webclip-Icon für das iPhone an. Daher sehen die beiden Applikationen etwas unschön aus, falls man sie auf seinem Home-Bildschirm auf dem iPhone speichert, damit man sie mit einem Fingertipp aufrufen kann.
![]() Google Karten |
Ein Highlight von Google Maps auf dem iPhone ist die automatische Standortortung. Dabei ermittelt das iPhone die ungefähre Position des Nutzers mithilfe der Signale von Mobilfunkmasten und aktiven lokalen Wi-Fi-Netzwerken. Diese Technik funktioniert überraschend gut.
Auf Grundlage dieser Technik muss der Nutzer nur noch den gewünschten Suchbegriff eingeben wie z.B. "Tankstelle", "Kino" oder auch einen Firmennamen und er bekommt automatisch die nächstgelegenen Treffer zu seinem aktuellen Standort angezeigt. Natürlich kann man auch den Ort ändern, indem man eine andere Adresse als Ausgangspunkt eingibt.
Einmal eingegebene Suchbegriffe werden gespeichert, so dass es bei vielen Suchanfragen reicht nur den Anfangsbuchstaben einzugeben und den richtigen Suchbegriff aus der angezeigten Liste auszuwählen. Dabei werden auch Treffer aus dem persönlichen Adressbuch angeboten.
Die automatische Standortbestimmung und die persönliche Auswahlliste machen Google damit zu einem extrem schnellen Werkzeug, das einem mit wenigen Fingertipps zum gewünschten Treffer bringt.
Die Übersicht der Treffer kann man sich als in den Ansichtsformen Karte, Satellit und Hybrid und Liste anzeigen lassen. Im Gegensatz zu YellowMap können die Karten mit dem Finger verschoben und gezoomt werden. das ganze funktioniert in einer beeindruckenden Geschwindigkeit auf dem iPhone.
Zu jedem Treffer gibt es eine Detailansicht. Dort kann man mit einem Fingertipp den gefunden Kontakt mit dem iPhone anrufen, eine Mail schreiben, die dazugehörige Website besuchen oder den Routenplaner benutzen.
Somit lässt die lokale Suche von Google auf dem iPhone wenig Wünsche übrig. Verglichen mit den anderen Anbietern ist die Anwendung von Google mindestens eine Generation weiter.
Es bleibt zu hoffen, dass Apple bald das iPhone auch für andere Anbieter öffnet, damit diese ebenfalls die Möglichkeiten des iPhones voll ausschöpfen können. In vielen Bereichen sind die Möglichkeiten der Web Apps zwar völlig ausreichend (z.B. Bundesliga-Ergebnisse), aber gerade für Branchenbücher sind Zusatzfunktionen wie die Standortbestimmung und der Zugriff auf das persönliche Adressbuch ein extremer Zugewinn.
![]() Apotheken-Finder |
Auch wenn die Anwendungsfälle für diesen Service hoffentlich nicht so häufig sind wie bei einem Branchenbuch, so ist ist das Angebot genau in den Fällen extrem hilfreich. Somit gehört diese gelungene Anwendung eigentlich auf den Home-Bildschirm eines jeden iPhones.
Obwohl der Apotheken-Finder extra für das iPhone optimiert wurde, verfügt er leider auch über kein eigenes Webclip-Icon und muss mit einem Standard-Screenshot als Symbol auskommen. Ansonsten ist der Apotheken-Finder aber rundum empfehlenswert.
Knapp drei Monate nach dem Verkaufsstart ist die Zielgruppe mit 70.000 iPhone-Nutzern in Deutschland und ca. 4 Mio. Geräten weltweit zwar noch überschaubar, aber das Rennen um die Kundenbindung und die Marktpositionierung für das mobile Internet hat mit eindrucksvollen Anwendungen verschiedener Anbieter begonnen.
![]() Marktanteil iPhone |
Ein wichtiger Erfolgsfaktor für diese beeindruckenden Verkaufszahlen sind sicherlich die unvergleichbaren Möglichkeiten, die das iPhone für die Nutzung von mobilem Internet und lokalen Informationen bietet.
Laut einer Marktstudie von Berg Insight werden die Verkaufszahlen für Smartphones mit einem jährlichen Wachstum von 25,6 % in den kommenden Jahren kontinuierlich zunehmen. Der Anteil der Smartphones am internationalen Handymarkt soll sich bis 2012 mehr als verdoppeln: 22 Prozent aller Mobiltelefone werden dann Smartphones sein - derzeit liegt der Anteil bei rund zehn Prozent.
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